Verbundprojekt OKWest

Offene Kompetenzregion Westpfalz (OKWest) ist ein Verbundprojekt der Hochschule Kaiserslautern, der Technischen Universität Kaiserslautern und des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP). Die Durchführung wird finanziert durch das BMBF: Der Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ fördert bundesweit über 70 Projekte von Hochschulen und Hochschulverbünden. Ziel ist die Entwicklung von Studienprogrammen vor allem für Beschäftigte und beruflich Qualifizierte – auch ohne formale Hochschulzugangsberechtigung. Diese Zielgruppe soll beim Lebenslangen Lernen durch zielgruppengerechte, akademische Bildung unterstützt werden.

„Die Studienprogramme sollen insbesondere dazu beitragen,

  • das Fachkräfteangebot dauerhaft zu sichern,
  • die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern,
  • einen schnelleren Wissenstransfer in die Praxis zu gewährleisten
  • und die Profilbildung der Hochschulen im Bereich des lebensbegleitenden Lernens zu unterstützen“

Projektphase

Nach einer erfolgreichen ersten Projektphase (01.10.2011 – 31.03.2015), befindet sich das Projekt derzeit in der zweiten Förderphase (01.04.2015 – 30.09.2017).

1. Phase

01.10.2011 – 31.03.2015

2. Phase

01.04.2015 – 30.09.2017

Kurzbeschreibung- Projektabstract

Offene Kompetenzregion Westpfalz (OKWest) ist ein Verbundprojekt der Hochschule Kaiserslautern, der Technischen Universität Kaiserslautern mit dem Distance and Independent Studies Center (DISC) und des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz.

OKWest zielt auf eine Öffnung der Studienangebote beider Hochschulen für Gruppen wie

  • beruflich Qualifizierte,
  • Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer,
  • Studienberechtigte mit beruflicher Erfahrung
  • und Personen, die Familienangehörige betreuen und berufsbegleitend studieren wollen.

Ziel von OKWest ist es in der zweiten Förderphase, die Ergebnisse und Produktentwicklungen der ersten Phase weiterzuführen, zu überprüfen und nachhaltig zu implementieren. Dazu gehören die entwickelten und weiterentwickelten berufsbegleitenden Studienangebote im grundständigen und weiterbildenden Bereich für die oben genannten Zielgruppen. Dabei folgt OKWest weiterhin den Handlungsstrategien „Vom Lehren zum Lernen“ (Lernkulturwandel), „Von Lehrinhalten zu Kompetenzen“ (Kompetenzorientierung) und „Von Institutionen zum Bildungsnetzwerk“ (Vernetzung).

Vom Lehren zum Lernen

Ein zentrales Ziel der Handlungsstrategie vom Lehren zum Lernen ist eine Studierenden- und Lernendenorientierung. In den Hochschulen rücken zudem Lehr-Lernkonzepte mit neuen Medien (Soziale Medien, Lernplattformen etc.) zunehmend in den Fokus. In der Folge dieser Entwicklungen gewinnen hybride Studienformate, die Aneignung von Selbstlernkompetenzen, das informelle Lernen und Bildungsberatung stark an Bedeutung. Hybride Lehr-Lernarrangements bestehen aus einer didaktisch begründeten Kombination von Präsenz- und Online-Komponenten. Mit ihnen ist eine Reihe von Mehrwerten, wie insbesondere eine zeitliche und örtliche Flexibilisierung sowie die Ermöglichung vielfältiger Austausch- und Kooperationsformen zwischen verschiedenen Lernorten und die individuelle Passung von Lernprozessen verbunden.

Von Lehrinhalten zu Kompetenzen

Die Hochschulen nehmen sich der Herausforderung an, ihre Angebote für beruflich und informell Qualifizierte zu öffnen und widmen sich zukünftig noch stärker den „learning outcomes“ ihrer Studierenden in Form von modularisierten Studienangeboten. Dabei gilt es ebenso die Chance zu nutzen, individuelle Bildungsbiografien als Ressourcen in den Lernprozess mit einzubinden und die besondere Motivation der Zielgruppe durch adäquate Lern- und Prüfformen zu erhalten. Die Kompetenzorientierung ist ein wesentlicher inhaltlicher Aspekt des Bologna-Prozesses. Kompetenzorientierung von Hochschulen hat eine Kompetenzentwicklung von Studierenden und Lehrenden zum Ziel. Inhalte und Kompetenzen können als komplementäre Dimensionen von Bildungsprozessen wahrgenommen werden, denn kompetentes Handeln verlangt letztlich ebenso nach fach- und domänenspezifischen Wissensbeständen.

Von Institutionen zum Bildungsnetzwerk

Die Öffnung von Hochschulen und die Gestaltung von Übergängen erfordert in zunehmendem Maße eine Vernetzung der Akteure. In Verbindung mit diesem nicht zuletzt durch die neuen Medien beförderten neuen Paradigma ist oft die Rede von einer Entgrenzung der Institutionen oder auch vom vernetzten Lernen bzw. von Bildungsnetzwerken. Ein entscheidendes Ziel ist deshalb der Ausbau eines Bildungsnetzwerks mit Unternehmen und regionalen Multiplikatoren.

Der Vernetzungsansatz bietet für die Akteure einen wechselseitigen Nutzen. Für die Studierenden ergibt sich durch ein „Studieren im Netzwerk“ eine Erweiterung ihrer Studienoptionen. Für die Hochschulen ergeben sich Möglichkeiten der gezielteren Profilierung im Wettbewerb der Hochschulen. Erst durch vernetzte Kooperationen mit Wirtschaft und Verwaltung wird die Entwicklung nachfrageorientierter Bildungsangebote – auf Basis der entstehenden Qualifikations- und Kompetenzrahmen – möglich, mit denen die Hochschulen ebenfalls neue Märkte erschließen und sich auch im globalisierten Wettbewerb besser positionieren können.

Zur Erschließung der Potentiale des regionalen Bildungs- und Kompetenznetzwerks gehört die Identifikation neuer Lehr- und Lernorte genauso wie die Einbindung von Expertinnen und Experten der Netzwerkpartner in die berufsbegleitenden Studienangebote.

Hochschulübergreifende Forschung und Übergangsforschung

Das Projekt OKWestpfalz erfüllt neben der Entwicklung von kompetenz- und lernendenorientierten Studienangeboten und der Etablierung des Bildungsnetzwerks gleichermaßen einen Forschungsauftrag. Die flankierende wissenschaftliche Auseinandersetzung hat dabei eine Unterstützungsfunktion hinsichtlich der Umsetzung der Hochschulstrategien bzgl. der Öffnung der Hochschulen für die anvisierte Zielgruppe der nicht-traditionellen Studierenden. Ziel ist es, die Projektentwicklungen hinsichtlich der drei Handlungsstrategien wissenschaftlich zu begleiten. Hierfür wurden entsprechende Forschungsfragen formuliert, die für eine gelingende Realisierung des Vorhabens zentral sind und während der Projektlaufzeit eine Klärung erfahren sollen. Die aus der Forschung gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse finden einerseits Eingang in die operative Projektarbeit und werden andererseits der Fachöffentlichkeit vorgestellt.